Das Mädchen und der Hut
Otto Hans Ressler
Böhlau Verlag, 2010;
133 Seiten;
10 farb. Abb.; 21x13,5 cm;
Gebunden mit Schutzumschlag;
ISBN 978-3-205-78508-8
Egon Schiele war eine geniale künstlerische Begabung. In seinen lange als Pornographie verkannten Bildern ging es ihm um die Darstellung der wahren Natur des Menschen mit all ihren seelischen Abgründen.
Im Spätwinter 1917 malte er ein junges Mädchen. Die Geschichte dieses Bildes scheint die von Schiele erschauten Abgründe nachzeichnen zu wollen – von einem Buchhändler, der in Auschwitz ermordet wird, zu einem Sammler, der 1938 aus Österreich fliehen muss, bis zur „Arisierung“ des Gemäldes und der Hinhaltetaktik des demokratischen Österreichs, geraubtes jüdisches Eigentum zurückzuerstatten.
Das Happy End, die Restitution und anschließende, Aufsehen erregende Auktion, hat einen Schönheitsfehler: Alles an dieser Geschichte ist wahr – aber Schiele hat dieses Bild nie gemalt: eine Parabel auf Kunst und Politik im 20. Jahrhundert.


