Nachbericht der 83. Kunstauktion
1. Tag – 29. März 2011,
2.Tag - 30.3.2011
Die 83. Kunstauktion im Kinsky war ein großer Erfolg – und das ist ganz maßgeblich darauf zurückzuführen, dass fast ein Drittel des umfangreichen Angebots aus der Sammlung Leopold 2 kam. Die durch den Kennerblick des Sammlers Prof. Dr. Rudolf Leopold „geadelten“ Bilder und Antiquitäten waren, wie erwartet, stark nachgefragt – und erhöhten darüber hinaus die Nachfrage auch für die anderen Kunstobjekte.
Insgesamt wurden bei der 83. Auktion im Kinsky € 3,600.000 umgesetzt.
Am ersten Auktionstag,
wurden 112 Gemälde Alter Meister, 153 Bilder des 19. Jahrhunderts und 246 Antiquitäten im Kinsky offeriert. Ein Gutteil davon stammte aus der Sammlung Leopold 2; das sind jene Kunstobjekte, die Prof. Dr. Rudolf Leopold von 1994 bis 2010 erwarb, also nach der Einbringung seiner bis 1994 aufgebauten Sammlung in eine Stiftung und damit ins Leopold Museum.
Diese Bilder und Antiquitäten waren außerordentlich gut nachgefragt, die Verkaufsraten waren in allen drei Sparten über 80 %.
Insgesamt spielte Alte Meister, 19. Jahrhundert und Antiquitäten 2 Millionen Euro Umsatz ein. Das ist ein ausgezeichnetes Zwischenergebnis, denn am Mittwoch, 30. März 2011, folgen ja mit der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst die beiden umsatzstärksten Sparten.
Bei den Alten Meistern,
die 758.000 Euro zum Ergebnis beisteuerten, erzielte Jan van Goyens „Flusslandschaft mit Wirtshaus“ den Höchstpreis mit einem Zuschlag von € 90.000 (Kaufpreis € 112.500). Aber auch Bartholomäus van Bassens „Kircheninterieur“ klopfte mit einem Kaufpreis von € 93.750 (Meistbot € 75.000) an die Hunderttausendeuromarke. Es fiel auf, dass die teuren Bilder teils hoch gesteigert wurden, die niedrig angesetzten jedoch oft kein Interesse fanden.
Bei den Bildern des 19. Jahrhunderts,
die auf € 650.000 summierten, wurde Gabriel von Max‘ „Rosenmadonna“ durch 10 Telefonbieter auf das 10-fache der unteren Schätzung gesteigert: Der Zuschlag erfolgte erst bei € 33.500 (€ 41.875). Aber auch Rudolf von Alts „Inneres der Franziskanerkirche in Salzburg (€ 32.000 / 40.000) und Franz von Defreggers „Junge Bäuerin mit Holzknecht (€ 32.000 / 40.000) erzielten ausgesprochen erfreuliche Ergebnisse.
Ganz ausgezeichnet und durchaus gegen die zuletzt beobachteten Trends – war die Performance der Antiquitäten. Der Birnkrug von Gottfried Sauber mit den Darstellungen des Hl. Jakobus und der Hl. Barbara wurde auf die dreifache Taxe gesteigert und erst bei € 20.000 (€ 25.000) zugeschlagen. Ein großes Tafelbesteck für 18 Personen verdoppelte die Vorgabe auf € 32.000 (40.000). Auch Möbel gaben wieder ein kräftiges Lebenszeichen von sich.
Am zweiten Auktionstag
trugen die Klassische Moderne € 711.000 und die zeitgenössische Kunst € 850.000 dazu bei.
Die aus der Sammlung Leopold 2 kommende „Eva“ von Helene Funke wurde von € 1.300 auf € 16.000 (Kaufpreis € 19.360) gesteigert. August Riegers „Parklandschaft“ wurde, gestartet bei € 1.500, auf € 10.000 (€ 12.500) katapultiert. Das Bildnis „Emilie Mediz-Pelikan“ von Karl Mediz stieg von € 800 auf € 6.500 (€ 7.865). Hervorragend auch die kleine Graz-Ansicht von Wilhelm Thöny, die sich von € 9.000 auf € 26.000 (€ 32.500) verbesserte.
Sehr erfolgreich war im Kinsky mit Josef Dobrowsky: Seine Winterlandschaft brachte nicht die erwarteten € 10.000, sondern € 24.000 (€ 28.080). Schätzwertkonform wurde Gustav Klimts „Stehende“ um € 20.000 (€ 24.600) zugeschlagen.
Bei den Zeitgenossen
war Hans Staudacher erfreulich gut nachgefragt, Ölbilder erzielten Meistbote zwischen € 20.000 (25.793) und € 28.000 (€ 36.101).
Markus Prachenskys „Etruria Orizontale – 1“ kletterte auf € 38.000 (€ 48.994), seine „Etruria Meridionale – 26“ auf € 28.000 (€ 35.270). Ein Schüttbild von Hermann Nitsch konnte um € 40.000 (€ 51.573) verkauft werden, Fritz Wotrubas „Kleiner Torso“ erzielte € 35.000 (€ 43.750).
Auch Joannis Avramidis „Baum“ war mit € 31.000 (€ 32.215) sehr erfolgreich. Viel Interesse gab es auch für Hubert Schmalix‘ „Cypress Park III“, der zum oberen Schätzpreis von € 20.000 (€ 25.624) zugeschlagen wurde. Noch erfolgreicher war Christian Ludwig Attersees riesige Dekoration für den 1. Wiener Champagnerball mit € 23.000 (€ 29.654).
Die nächste Auktion findet am 10. Mai 2011 statt. Eine strenge Auswahl von nur 143 Kunstwerken aller Sparten repräsentiert einen Schätzpreis von 5 bis 9 Millionen Euro.
Für zusätzliche Informationen und Fotobestellung stehe ich ihnen gerne zur Verfügung:
Iris J. Gradenegger, Tel. +43 1 5324200-11,
e-mail: gradenegger@imkinsky.com


