Nachbericht der 78. Kunstauktion
Der erste Tag
Bilder 19. Jh., Klassische Moderne, Zeitgenossen
Mehr als 2,3 Millionen spielte im Kinsky Kunst Auktionen am ersten Auktionstag mit Bildern des 19. Jahrhunderts, Klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst ein. Die Verkaufsrate betrug nach Posten 50 %, nach Wert freilich über 71 %. Mit anderen Worten: Das Besondere bringt besondere Preise; manchmal sogar ganz besondere.
14 Landschaftsaquarelle von Thomas Ender wurden zuerst einzeln, dann als Sammlung aufgerufen und erzielten weit über dem Schätzpreis € 90.000 (Kaufpreis € 112.500). Noch größer war die Begeisterung bei sechs Buchillustrationen von Franz Sedlacek – auch sie wurden zuerst einzeln versteigert, anschließend duellierten sich zwei Telefonbieter und zwei Sekundanten im Saal. Der Hammer fiel, ebenfalls weit jenseits aller Vorgaben, erst bei € 230.000 (Kaufpreis
€ 287.500).
Aber auch sonst wurde flott gesteigert. Rudolf von Alts kleines Aquarell von Dürnstein erzielte mit € 50.000
(€ 58.500) das Fünffache des unteren Schätzpreises, Anton Müllers „Malstunde“ wurde mit € 46.000 (€ 57.500) zugeschlagen, was einem Preisrekord für den Künstler entspricht und das Blumenstillleben von Franz Xaver Petter wurde nach der Auktion für € 35.000 zugeschlagen.
Die Zeitgenossen eröffneten mit einem Paukenschlag: Rudolf Hausners „Meine Mutter“, wegen des vermeintlich schwierigen Themas lediglich auf € 20.000 geschätzt, wurde auf € 112.000 (Kaufpreis € 140.000) katapultiert – ein Weltrekord für den Künstler!
Maria Lassnigs Kohlezeichnung „N.Y.C.“ fand über alle (ohnedies hohen) Erwartungen bei € 55.000 (€ 70.867) einen neuen Besitzer. Otto Mühls „Überfall der Kinder“ erreichte mit € 32.000 (€ 41.254) fast den oberen Schätzpreis. Auch Skulpturen von Fritz Wotruba und Joannis Avramidis waren hoch begehrt.
Der zweite Tag
alte Meister und Antiquitäten
3,25 Millionen Euro Umsatz brachte die 78. Kunstauktion im Auktionshaus im Kinsky. Am zweiten Auktionstag steuerten die Alten Meister über 400.000 zu diesem Ergebnis bei, die Antiquitäten bilanzierten mit knapp 500.000. Kein berauschendes, aber ein gutes Ergebnis.
Während bei den Bildern des 19. und 20. Jahrhunderts und der zeitgenössischen Kunst vor allem die hochpreisigen Werke reüssierten und sogar Preisrekorde realisiert werden konnten, verhielt sich das Publikum bei den Alten Meistern doch etwas anders.
Zwar wurden für einen Flügelaltar aus Antwerpen um 1520 € 35.000 (Kaufpreis € 43.750) geboten, und auch Jan von Goyens „Flusslandschaft“ wurde um € 42.000 (52.500) zugeschlagen, aber sowohl das Paar Blumenstillleben von Francesco Guardi wie auch Antonio Belluccis „Antiochus und Stratonike“ scheiterten.
Bei den Antiquitäten waren Branntwein-flaschen wie gewohnt sehr begehrt, eine bernsteinfarbige Flasche, Kramsach um 1700, verdreifachte die Taxe auf
€ 12.000 (15.000). Ein paar Fußbecher der Kaiserlichen Manufaktur St. Petersburg erzielten € 22.000 (27.500), ein überreiches Tafelbesteck von Klinkosch spielte € 19.000 (24.000) ein.
Herrengrund Objekte wurden auf die höchsten, je erzielten Preise gesteigert – ein Doppelbecher verdreifachte seine Vorgabe auf € 10.000 (12.500). Nicht ein Stück der 21 Objekte umfassenden Sammlung blieb unverkauft.
Ein österreichischer Barockschrank und ein Tabernakelschrank blieben mit je € 18.000 (22.500) zwar ein wenig unter den Erwartungen, die Preise sind dennoch beachtlich.
Die 79. Kunstauktion im Kinsky wird am 22. und 23. Juni stattfinden und sich mit Klassischer Moderne, zeitgenössischer Kunst und Jugendstil ausschließlich dem 20. Jahrhundert widmen.
Für zusätzliche Informationen und Fotobestellung stehe ich ihnen gerne zur Verfügung:
Iris J. Gradenegger, Tel. +43 1 5324200-11,
e-mail: gradenegger@imkinsky.com


