78. Kunstauktion 20. & 21. April 2010
Der Start in die neue Auktionssession gelang fulminant: Der Auktion „Meisterwerke“ Anfang März war ein sensationeller Erfolg beschieden. Aber auch die 78. Auktion im Kinsky mit dem Schwerpunkt Alte Kunst weist genug Meisterliches auf, an diesen Erfolg anzuschließen.
815 Gemälde Alter Meister, des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Antiquitäten summieren zu einem Schätzpreis von 4,3 bis 7,5 Millionen Euro.
Begonnen wird diesmal mit Bildern des 19. Jahrhunderts: Am 20. April sollte vor allem ein „Blumenstillleben mit Früchten und Schneckenhäusern“ von Franz Xaver Petter aus dem Jahr 1816 den unteren Schätzpreis von 35.000 Euro locker einspielen. Besonderes Interesse wird wohl auch Friedrich Gauermanns Gemälde vom „Hallstätter See“ auf sich ziehen – 25.000 Euro müssen zumindest dafür geboten werden. Etwas mehr, nämlich 35.000 Euro, wird man für Anton Müllers bezaubernde „Malstunde“ auslegen müssen.
Bei der Klassischen Moderne verspricht eine Serie von 6 Aquarellen von Franz Sedlacek heiße Bietgefechte. Geschätzt auf jeweils 15.000 bis 30.000 Euro, stellen sie im Oeuvre eine Besonderheit dar, die wohl selbst Sedlacek-Kenner überraschen wird. Der Maler eigenartiger Fabelwesen und skurriler Gestalten in unheimlichen Landschaften hat mit diesen kleinen Meisterwerken 1925 ein Buch illustriert, das freilich nie erschienen ist.
Oskar Laske, ein künstlerisch naher Verwandter Sedlaceks, hat sein Opus 86 (eine Bezeichnung, die er nur für wichtige Arbeiten heranzog) mit „Ruhe auf der Flucht“ betitelt. Es wartet ab 25.000 Euro auf die zahlreichen Liebhaber seiner Kunst.
Mit zeitgenössischer Kunst wird der erste Auktionstag abgerundet: Ernst Fuchs, der vor wenigen Wochen seinen achtzigsten Geburtstag feierte, feiert ihn mit einem Angebot von vier Werken ein weiteres Mal im Kinsky. Vor allem „Die Botschaft des Morpheus“ aus dem Jahr 1983 – taxiert auf 60.000 bis 100.000 Euro – sollte auf Fuchs-Sammler unwiderstehlich wirken.
Nur halb so alt ist Elke Krystufek. Und sie steht für eine ganz andere Kunstauffassung – was „Anti-Antigone sitting on a rock“ (20.000 – 30.000 Euro) überzeugend unter Beweis stellt. Zum gleichen Schätzpreis lässt Otto Mühl, der international immer stärker nachgefragt wird, „Kinder im Matrosenanzug die Eltern“ überfallen.
Am 21. April gelangen dann Alte Meister zur Ausbietung: Und hier sollte die Spannung insbesondere beim großformatigen Gemälde von Antonio Bellucci steigen. „Antiochus und Stratonike“ erzählt die Geschichte der verzweifelten Liebe eines Königssohns zu seiner Stiefmutter. Ab 120.000 Euro werden die Interessenten zeigen, wie viel ihnen die dramatischen Ereignisse aus der griechischen Mythologie wert sind.
Italienische Bieter werden es sich wohl auch nicht nehmen lassen, bei einem Paar „Blumenstillleben“ des berühmten Francesco Guardi persönlich die Hand zu heben. Unter 80.000 Euro werden die Pendants aber nicht zu kriegen sein.
Ihren Abschluss findet die 78. Auktion mit Antiquitäten. Und hier werden neben edlem altem Glas (darunter zwei Fußbechern der kaiserlichen Manufaktur St. Petersburg, 1826, geschätzt auf € 25.000 – 50.000), feinem Porzellan der Manufakturen Meissen und Wien, barocken Skulpturen und gediegenen Möbeln des 18. und 19. Jahrhunderts vor allem Uhren große Aufmerksamkeit finden. Etwa eine seltene, mehr als 200 Jahre alte Skulpturenuhr (€ 15.000 – 22.000), oder eine Präzisions-Laterndluhr des Uhrmachers Franz Reuss in Grülich (€ 28.000 – 40.000).
Ab 15. April können die 815 Kunstobjekte der 78. Auktion täglich – auch am Samstag und am Sonntag – im Palais Kinsky auf der Freyung in Wien besichtigt werden. Für die Auktion wird man sich einen Platz im Auktionssaal oder zumindest eine Telefonleitung sichern müssen.
Für zusätzliche Informationen und Fotobestellung stehe ich ihnen gerne zur Verfügung:
Iris J. Gradenegger, Tel. +43 1 5324200-11,
e-mail: gradenegger@imkinsky.com


