PRESSE-INFORMATION — NACHBERICHT
71. Kunstauktion 2. & 3. Oktober 2008
1. Tag - Klassische Moderne und Zeitgenössische Kunst
Auf den Tag genau 15 Jahre nach der 1. Kunstauktion – damals noch in den Ringstrassen-Galerien – offerierte das Auktionshaus im Kinsky 190 Werke der Klassischen Moderne und 220 zeitgenössische Kunstobjekte.
Für die Klassische Moderne wurde bei einer Verkaufsrate von 50 % ein Umsatz von € 1,820.000 erzielt, für die Zeitgenossen bei 45 % € 1,110.000, insgesamt demnach
€ 2.930.000.
Kurioses Detail am Rande der Klassischen Moderne: Den Höchstpreis machte hier Alfons Walde mit „Winteridylle“ erst nach dem letzten Hammerschlag. Drei Bieter, die bei der Auktion nicht aufgezeigt hatten, weshalb der Zuschlag vorerst nur unter Vorbehalt bei € 90.000 erfolgt war, ließen die Winteridylle schließlich auf ein Meistbot von € 120.000 (brutto € 148.800) klettern.
Sehr gut wurden die „Amazonen“ von Friedrich König gesteigert: € 106.000 sind ein Rekordpreis! Überaus erfreulich auch die Preise für zwei besonders schöne Blätter von Gustav Klimt, die Sitzende und die Tänzerin, die es auf je € 111.000 brachten.
Einen Rekordpreis schaffte auch Alfred Wickenburg mit „Brücke am Arno“: € 86.800. Alfons Walde war nicht nur mit der Winteridylle erfolgreich, auch seine „Kirche in Kitzbühel“ reüssierte auf € 124.000. Ganz ausgezeichnet schlug sich Anton Kolig. „Unsere Jugend“ realisierte € 78.650.
Den höchsten Preis bei den Zeitgenossen schaffte einmal mehr Maria Lassnig mit dem Katalogcover „Innerhalb – Außerhalb“ mit € 154.280. Ein Rekordpreis gelang für Helmut Leherbs „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, die sich ein ausländischer Bieter € 90.520 kosten ließ.
Fritz Wotrubas „Karyatide“ wurde schätzpreiskonform um € 68.860 verkauft, sein „Sitzender“ blieb hingegen liegen, was auch mit dem für diese Figur verhängten Ausfuhrverbot zusammenhängen könnte. Während Hundertwasser, Lehmden und Brauer gut nachgefragt wurden, war die Performance von Rainer und Nitsch, zuletzt durch internationale Nachfrage ganz hervorragend, eine Enttäuschung.
Insgesamt: Ein Abend der Selektion, nicht ganz unerwartet angesichts der internationalen Schwäche der Kunstmärkte.
2. Tag – Jugendstil
Zum Gesamtergebnis der 71. Kunstauktion im Kinsky von über 3,5 Millionen Euro trug der Jugendstil mit knapp 500.000 Euro bei. Und das überrascht – positiv.
Wiener Werkstätte, Hagenauer und auch Keramik schlugen sich ganz ausgezeichnet und das trotz der Abstinenz amerikanischer Sammler, die weitgehend w. o. gaben. Zwei Aufsätze von Josef Hoffmann wurden um € 24.800 bzw. 21.100 gut verkauft, € 24.800 erzielte auch ein silbernes Körbchen mit Elfenbeinhenkel. Eine Schmuckkassette von Josef Hoffmann wurde auf € 13.640 gesteigert, ein Elefantenrüsseltisch von Adolf Loos vervierfachte seine Taxe auf über € 20.000, ein Hagenauer Spiegel realisierte hervorragende € 24.800.
Einen Keramik Kopf von Gudrun Baudisch ließ sich ein Sammler mehr als 13.000 Euro kosten, Michael Powolnys „Winter Krinoline“ wurde von 3.000 auf 16.740 Euro gesteigert, ein Putto mit Blumen verdoppelte auf 19.800 Euro, ein Putto mit Früchten brachte schätzwertkonform 18.600 Euro. Diesen Erfolg überragte noch Otto Prutscher mit einer Blumensäule, die auf € 31.000 kletterte.
Das französische Glas stürzte allerdings völlig ab, und auch der Erfolg für Lötz, dem die Highlights fehlten, hielt sich in Grenzen.
An der Bilderfront gibt es hingegen Erfreuliches zu vermelden: Franz Sedlaceks „Landschaft mit brennendem Castell“ ging bereits zeitig am Morgen um € 122.000 über den Tisch, kurz darauf folgte Maria Lassnigs „Stillleben mit Torso“ um € 67.000.
Insgesamt eine Auktion in recht schwierigem Umfeld – der „harte Kern“ der Sammler zeigt sich aber unbeeindruckt von der Krise und engagiert sich, wenn Angebot und Schätzpreis stimmen.
Für zusätzliche Informationen und Fotobestellung stehe ich ihnen gerne zur Verfügung:
Iris J. Gradenegger,
Tel. +43 1 5324200-11,
e-mail: gradenegger@imkinsky.com.


