PRESSE-INFORMATION
70. Kunstauktion 14. & 15. Oktober 2008
Die erste der Jubiläums-Auktionen im Kinsky sollte ein Fest werden – aber nach immer neuen Hiobsbotschaften aus der Finanzwelt hatte sich die Stimmung der Kunstliebhaber und Sammler kräftig verdunkelt.
Das gebremste Engagement drückte sich in weit unterdurchschnittlichen Verkaufsraten ebenso aus wie in Geboten, die die Erwartungen nicht immer erfüllten. 28 % der Alten Meister und Bilder des 19. Jahrhunderts und 33 % der Klassischen Moderne erhielten einen Zuschlag, lediglich zeitgenössische Kunst lag mit 43 % deutlich besser, aber noch immer weit hinter den gewohnten Raten. Das Gesamtergebnis von 2,4 Millionen Euro am 1. Tag kann sich dennoch sehen lassen.
Die höchsten Gebote wurden für einen „Großen Blumenstrauß“ von Herbert Boeckl und Friedensreich Hundertwassers „Kaiser Franz Josef Spital“ mit je € 124.000 abgegeben. Ausgezeichnet gesteigert wurde eine Grußkarte von Egon Schiele, die ihren Schätzpreis mehr als verdoppelte und letztlich € 50.800 kostete. Zwei Arbeiten von Max Weiler brachten es auf € 84.300 bzw. 62.000. Akte von Ferdinand Stransky (für den das zweifellos ein Rekordpreis ist) und Willi Eisenschitz brachten ebenfalls je
€ 62.000 ein. Arnulf Rainers frühes Selbstbildnis erzielte € 51.100, Xenia Hausner war wirklich „Auf Rosen gebettet“ für € 49.600. Auch Arthur Nikodems „Rote Blumen“ überzeugten mit € 45.200. Bei den Bildern des 19. Jahrhunderts war Carl Schindlers „Abmarsch“ ein Lichtblick um fast
€ 40.000.
Als geradezu symbolhaft für die aktuelle Situation darf man es ansehen, als ein ausländischer Interessent mitten im Bieten für eine Aktzeichnung von Gustav Klimts einen Anruf erhielt und sein bereits abgegebenes Gebot von € 63.000 zurückzog.
Mit einer gegenüber dem Vortag verbesserten Verkaufsrate von 49 % und einem Umsatz von 580.000 Euro trugen Antiquitäten zum Gesamtergebnis der 70. Kunstauktion von knapp über 3,1 Millionen Euro bei.
Den höchsten Zuschlag erzielte dabei eine spätgotische „Trauernde Maria“ des Meister Hans Leinberger oder eines Bildhauers aus seinem Umkreis bei. Die Figur, geschätzt auf € 50.000 bis 100.000, war dem bietenden österreichischen Sammler schließlich knapp 96.000 Euro wert.
Glas blieb eher enttäuschend, Porzellan hielt sich sehr gut, zwei frühe Wiener Tassen um 1791/92 wurden etwa auf 11.100 bzw. 14.900 gesteigert. Auch Silber war gut nachgefragt, ein Attendorner Deckelkrug etwa schaffte schätzwertkonforme € 18.000.
Auch bei Metallarbeiten gab es interessante Zuschläge, ein Paar gotische Eisenleuchter wurde auf € 31.000 gesteigert. Möbel taten sich schwer, ein Renaissance-Schrank wäre vor einigen Jahren noch höher als auf € 12.400 gegangen. Denselben Preis erzielte eine chinesische Nashornschale in Blütenform, ein stehender Buddha verdoppelte auf € 7.500.
Die zweite der Jubiläums-Auktionen findet exakt 15 Jahre nach der Gründung des Auktionshauses am 2. und 3. Dezember 2008 statt. Es ist zu hoffen, dass sich die Irritationen bis dahin gelegt haben.
Für zusätzliche Informationen und Fotobestellung stehe ich ihnen gerne zur Verfügung:
Iris J. Gradenegger,
Tel. +43 1 5324200-11,
e-mail: gradenegger@imkinsky.com.


