PRESSEMITTEILUNG
65. Kunstauktion – 1. Tag

Vor jeder neuen Saison ist die Spannung besonders groß: Ist das Interesse für Kunst ungebrochen? Hält der Boom für zeitgenössische Kunst an? Welche Sparten sind im Aufwand, wo gibt es Probleme? Aber bereits nach dem 1. Auktionstag lässt sich sagen: Alles wie gehabt!

Die zeitgenössische Kunst brachte es wieder auf eine hervorragende Verkaufsrate von 70 % - im Verhältnis Schätzpreis zu Meistbot sogar auf fulminante 93 %! Bei den Bildern des 19. Jhdts. regiert die Selektion; was gesucht ist, wird mit hohen Steigerungen gewürdigt, der Rest tut sich schwer, was auch die Verkaufsrate von 52 % zum Ausdruck bringt.

Wenig überraschend, dass den Höchstpreis des Abends die zeitgenössische Kunst verzeichnete: € 120.000 Meistbot
(€ 152.900 Verkaufspreis) ist ein neuer Weltrekordpreis für Wolfgang Hollegha. Dabei war es keine Selbstverständlichkeit, ein 3,58 x 7,03 m großes Gemälde so erfolgreich zu versteigern.

Hervorragend nachgefragt war wieder Hermann Nitsch: Sein frühes Reliktbild aus 1966 übertraf die Schätzung (10.000 – 20.000) mit dem Zuschlag über € 35.000 (43.365) bei weitem, aber auch ein Reliktbild aus 1984 feierte bei einer Schätzung von € 9.000 – 15.000 mit einem Meistbot von
€ 22.000 (28.142) einen unerwartet großen Erfolg.

Sogar der Phantastische Realismus konnte reüssieren: 38.000 Euro (48.614) für „Liebespaar II“ sind ein neuer Preisrekord für Wolfgang Hutter, auch Arik Brauers „Autounfall“ war bei
€ 32.000 (40.938) alles, nur kein Unfall.

Bei den Bildern des 19. Jahrhunderts erzielte ein von Rottönen dominiertes Damenporträt von Hans Makart den Höchstpreis, ließ seinen Schätzpreis (€ 35.000 – 70.000) hinter sich ließ und kam auf € 80.000 (99.200).

Die höchste Steigerung des Abends erfuhr jedoch eine Landschaft von Sergius Kolesnikoff; taxiert auf 3.000 – 6.000 Euro, für das sich 13 (!) Telefonbieter vormerken hatten lassen, machte das Rennen dennoch ein Saalbieter, der den Zuschlag bei € 35.000 (43.400) erhielt.

Johann Baptist Wenglers „Ungarische Bauernhochzeit“ wurde von € 10.000 auf 25.000 gesteigert, ebenso Rudolf von Alts „Ruine Rauheneck“ bei Baden. Rudolf von Alt war überhaupt begehrt: Eine Alpenlandschaft ging von € 10.000 auf 50.000. Eine ähnliche Steigerung erfuhr eine Baumstudie von Friedrich Gauermann, und zwar von € 15.000 auf 60.000.

Besonders begehrt war auch eine „Chiemseelandschaft“ von Josef Wopfner, die sich von € 5.000 auf 23.000 verbesserte.

Peter Fendis „Berggrotte von Corniale“ erzielte € 30.000, ein „Dirndl“ von Franz von Defregger € 38.000, und Theodor von Hörmanns auf 3.000 Euro taxierte „Wäscherinnen“ wurde erst bei € 28.000 zugeschlagen.

Bei den Alten Meistern gelang Francesco Solimenas „Madonna“ mit einem Zuschlag bei € 25.000 der erhoffte Erfolg, Juan Leandro de la Fuentes große biblische Szene reüssierte bei € 50.000 (61.000).

Insgesamt brachte der 1. Auktionstag einen Umsatz von fast 2,7 Millionen Euro. Die 65. Auktion wird am Mittwoch mit Asiatika eröffnet, mit der größten privaten „Herrengrund“-Sammlung fortgesetzt und einer großen Sammlung volkskundlicher Objekte am Abend beendet.

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