Infos für Käufer
10 wichtige Tipps für den Bieter
Es kann ungeheuer spannend sein, bei einer Auktion mitzusteigern. Der Preis für ein Kunstwerk entwickelt sich vor aller Augen – manchmal in ungeheure Höhen. Aber genauso gut kann der Zuschlag schon beim Rufpreis erfolgen oder überhaupt kein Interesse an einem Objekt bestehen.
Wenn Sie also vorhaben, sich selbst ins Getümmel einer Versteigerung zu stürzen, weil Sie etwas zu entdeckt haben, das Sie unbedingt haben wollen, sollten Sie einige Dinge über Auktionen wissen, um keine Überraschungen erleben zu müssen und nicht nur alle Vorteile, sondern das ganze Vergnügen einer Auktion zu nützen.
Bevor Sie sich an einer Auktion beteiligen, benötigen Sie den Auktionskatalog. Er informiert Sie über das – nicht selten umfangreiche – Angebot. Damit haben Sie die Möglichkeit, schon zu Hause auszuwählen, was Sie sich genauer ansehen wollen.
In den Katalogen finden Sie neben den Abbildungen und Beschreibungen der Gemälde und Antiquitäten auch deren Schätzpreise.
Wir geben (wie die meisten anderen Auktionshäuser auch) im Katalog einen unteren und einen oberen Schätzpreis an, also jenen Rahmen, wo nach Meinung der Experten der Zuschlag für ein Gemälde oder eine Antiquität erfolgen wird.
Gesteigert wird in Schritten von ca. 10 %, also z.B: 5.000 – 5.500 – 6.000 – 6.500 – 7.000 – 8.000 – 9.000 – 10.000 – so lange, bis nur noch ein Bieter bietet. Er erhält den Zuschlag!
Es ist bei Kunstauktionen allgemein üblich, dass mit dem Verkäufer eines Kunstobjekts ein Mindestverkaufspreis vereinbart wird, also ein Preis, unter dem nicht verkauft werden darf. Das Problem mit diesem Limit ist nun, dass er nicht bekannt gegeben wird: Es steht nicht im Katalog, und niemand wird es Ihnen sagen wollen. (Teilweise auch deshalb, weil der Verkäufer die Möglichkeit hat, das Limit vor der Auktion noch – nach unten – zu ändern.)
In aller Regel ist der Mindestverkaufspreis, also das Limit, nicht höher als der untere Schätzpreis. Wenn es aber keine anderen Bieter gibt, kann es durchaus sein, dass Sie gegen dieses Limit bei „Ihrem“ Kunstobjekts steigern müssen, um den Zuschlag zu erhalten.
Treffen Sie möglichst keine Kaufentscheidung nur auf Grund des Katalogs, sondern besuchen Sie die Auktionsausstellung und sehen Sie sich die Objekte, die Sie interessieren, im Original an.
Denn einerseits kann die Ausstrahlung eines Kunstwerks im Katalog nur sehr unzureichend wiedergegeben werden. Andererseits sieht man Mängel nicht unbedingt auf einem Foto. Sollten Sie keine Möglichkeit einer persönlichen Besichtigung haben, rufen Sie den zuständigen Experten an und sprechen Sie mit ihm über „Ihr“ Kunstobjekt. Er wird Sie fair und korrekt beraten.
Wie gesagt, nicht jeder Mangel ist sichtbar, und nicht jeder Mangel wird im Katalog angegeben. Scheuen Sie sich deshalb nicht, im Auktionshaus einen Zustandsbericht zu verlangen. Das kostet nichts – aber das Auktionshaus haftet für die Richtigkeit dieser Angaben. Bei hochwertigen Objekten empfiehlt es sich, einen Restaurator beizuziehen.
Unmittelbar vor Beginn der Auktion erhalten Sie eine Bieternummer. Das ist eine kleine Tafel, die nichts kostet und Sie auch nicht zum Mitbieten verpflichtet. Wenn „Ihr“ Kunstobjekt ausgerufen wird, heben Sie Ihre Bieternummer – wenn Ihnen zu hoch gesteigert wird, nehmen Sie die Tafel wieder herunter.
Bieten ist ungeheuer spannend! Befürchten Sie nicht, dass Sie allein deshalb den Zuschlag erhalten könnten, weil Sie sich an der Nase kratzen. Aber wenn Sie mitbieten, beachten Sie, ob Sie sich noch innerhalb Ihres selbst gesetzten „Limits“ befinden. Lassen Sie sich – vor allem, so lange Sie noch relativ unerfahren sind – nicht zu Bietgefechten hinreißen; an deren Ende steht, dass Sie bezahlen müssen, was Sie ersteigert haben.
Wenn Sie keine Zeit haben, zur Auktion zu gehen oder anonym bleiben wollen, können Sie Ihr Gebot auch schriftlich abgeben. Tragen Sie in das in jedem Katalog ganz hinten angeheftete Auftragsformular einfach die Katalognummer und Ihr maximales Gebot ein, und füllen Sie das Formular mit ihren persönlichen Daten aus.
Schicken Sie den Auftrag am besten per Fax (+43 1 53242009) – die Post könnte zu langsam sein. Das Auktionshaus bietet dann für Sie. Wenn Sie Glück haben, gibt es keine Gegenbieter und Sie erhalten den Zuschlag unter Ihrem Höchstgebot.
Für alle, die nicht zur Auktion gehen können, aber doch teilnehmen wollen, gibt es die Möglichkeit, telefonisch mitzubieten. Und das funktioniert so: Sie füllen das Auftragsformular aus, geben aber kein Höchstgebot an, sondern jene Telefonnummer, unter der Sie während der Auktion verlässlich erreichbar sein werden.
Denn nicht Sie rufen an, das Auktionshaus ruft Sie an! Aber Sie entscheiden während des Telefonats, bei dem Sie über den Stand der Auktion, über Gegenbieter und andere Telefonbieter informiert werden, wie hoch Sie mitzubieten bereit sind.
Sensale sind eine österreichische Spezialität. Der Sensal – im Kinsky ist es eine Sensalin, nämlich Frau Monika Uzman – ist kein Mitarbeiter des Auktionshauses, sondern Ihr ganz persönlicher Vertrauter, Ihr verlängerter Arm in der Auktion. Der Sensal führt Ihre Aufträge durch, indem er für Sie in der Auktion bietet oder Sie während der Auktion anruft.
Der Sensal hat, wenn zwei gleich hohe Gebote vorliegen, Vorrang.
Seine Dienstleistung kostet freilich eine Gebühr von 1,2 % des Meistbotes.
Vergessen Sie beim Bieten nicht, dass Sie, was Sie ersteigern, auch bezahlen müssen – und sogar noch etwas mehr als jenen Betrag, bei dem der Hammer gefallen ist: Zum Meistbot, also dem höchsten Gebot, wird noch die Provision des Auktionshauses (das Aufgeld) hinzu gerechnet. Die meisten Kunstobjekte werden "differenzbesteuert" versteigert, d.h. im Aufgeld von 24% ist die Umsatzsteuer schon enthalten.
Bei "normalbesteuerten" Kunstobjekten beträgt das Aufgeld 20%, dazu kommt bei Bildern und Skulpturen die Umsatzsteuer von 10%, bei Antiquitäten von 20%.
Bei Werken lebender Künstler wird dem Kaufpreis noch die so genannte Folgerechtsabgabe hinzugerechnet: Sie beträgt bis zu einem Preis von 50.000 Euro 4 %, darüber ist sie geringer.
| Käuferprovision |
| nach der Differenzbesteuerung (inkl. 20 % USt) vom Meistbot |
24% |
| nach der Normalbesteuerung, zuzüglich 10 % bzw. 20 % USt vom Meistbot |
20% |
| für den € 100.000 übersteigenden Betrag |
15% |
| Käuferprovision nach der Auktion |
| bei Angeboten unter dem Mindestverkaufspreis vom Meistbot |
26% |
| Lagergebühr |
| (zuzüglich 20 % USt) pro Monat vom Meistbot |
2%* |
| Verzugszinsen |
| (ab dem 8. Tag nach der Auktion) pro Jahr vom Kaufpreis |
12%* |
| Versicherung |
(zuzüglich USt)
Keine Kosten bis 8 Tage (für ausländische Käufer bis 30 Tage) nach der Auktion. Danach pro Monat vom Kaufpreis |
1%* |
*Verrechnung ab dem 9. Tag nach der Auktion für Inländer, ab dem 31. Tag für Ausländer.
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So, jetzt bleibt uns nur, Ihnen viel Erfolg beim Mitbieten zu wünschen.
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